Über Spotright
Ich wollte nur wissen, wo heute House-Musik läuft
Spotright ist ein Veranstaltungskalender für Hof. Er sammelt Clubnächte, Konzerte und Bar-Abende aus den öffentlichen Instagram- und Facebook-Kanälen der Locations. Die Idee dazu kam Tim Ordnung an einem Freitagabend in Berlin, an dem er eine Bar mit House-Musik suchte und keine fand.
An diesem Abend hat er unerwartet Zeit. Der Freund, mit dem er verabredet war, hat abgesagt. Ausgehen möchte er trotzdem, aber nichts Großes: eine kleine Bar, in der House läuft, zwei oder drei Stunden, dann zurück. Keine Clubnacht, kein Ticket.
Er sucht an drei Stellen. Google kennt die Läden, nennt Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen, sagt aber nicht, wer an diesem Abend dort auflegt. Der RA Guide listet Veranstaltungen, überwiegend Clubnächte mit Line-up und Vorverkauf. Bars tauchen dort kaum auf. Rausgegangen hat für diesen Freitag eine Handvoll Einträge, und keiner davon ist eine Bar.
Dass es diese Bar gibt, ist er sich sicher. In Berlin gibt es sie an jedem Freitag, wahrscheinlich mehrfach. An diesem Abend findet er sie trotzdem nicht. „Ich bin nicht aus Berlin. Ich kannte keinen einzigen Laden, also folgte ich auch niemandem, der mir hätte sagen können, was läuft“, sagt er.
Warum solche Abende nirgends stehen
Der Grund ist einfach. Veranstaltungsportale leben von Tickets. Eine Bar, in der freitags ein DJ auflegt und der Eintritt frei ist, hat nichts zu verkaufen und trägt sich dort nicht ein. Sie kündigt den Abend auf Instagram an, in einem Post oder einer Story, und damit ist die Sache für sie erledigt.
„Die meisten Bars stellen so einen Abend nirgends ein. Man braucht ja kein Ticket dafür.“
Für Stammgäste reicht das. Instagram zeigt, was die Accounts posten, denen man folgt. Wer neu in einer Stadt ist oder das Viertel nicht kennt, folgt diesen Accounts nicht und sieht die Ankündigung nie. Um den richtigen Accounts zu folgen, müsste er die Läden schon kennen. Das war sein Problem in Berlin.
Dazu kam die Filterfrage. Er suchte House-Musik in Laufweite, und keine der drei Seiten konnte nach Musikrichtung oder Entfernung filtern.
Der Test in Hof
Gebaut hat er den Kalender für Hof, seine Heimatstadt. Er wollte etwas für die Stadt machen, und er kennt dort viele Leute, die es ausprobieren und ihm sagen, was nicht passt.
Der erste Blick in den fertigen Kalender überraschte ihn selbst. Im Kalender standen Clubs, die an Abenden geöffnet hatten, von denen er nichts wusste. Er legt in dieser Stadt seit Jahren auf. „Da waren Clubs offen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie an dem Abend aufhaben. Und ich hatte selbst keine Idee, wohin mit meinen Freunden“, sagt er. Das Angebot war da. Die Information darüber kam nur nicht an.
Kein Formular für die Locations
Der übliche Weg wäre eine Plattform mit Eingabemaske gewesen: Locations anschreiben, Zugänge verteilen, Termine eintragen lassen. Solche Portale gibt es reichlich. Sie verlangen Arbeit von Leuten, die ihren Freitag längst auf Instagram angekündigt haben, und daran scheitern sie. „Ich wollte keine Plattform bauen, wo die Leute wieder mehr Arbeit haben. Locations haben für die Organisation einer Party schon genug zu tun“, sagt er.
Spotright nutzt deshalb die Ankündigungen, die ohnehin veröffentlicht werden. Die Location postet wie bisher. Der Termin erscheint im Kalender, lässt sich nach Datum, Musikrichtung und Ort filtern, und die Location bekommt eine eigene Seite mit Adresse, Lage und den nächsten Terminen, ohne selbst etwas anzulegen.
Wer die Angaben in der Hand behalten will, kann seine Location über das Partnerbereich übernehmen und korrigieren. Was dort von Hand geändert wird, wird von neuen Posts nicht mehr überschrieben. Die Daten gehören der Location.
Wer Spotright betreibt
Tim Ordnung ist Softwareentwickler und lebt in Hof. Seit einigen Jahren legt er als DJ Feinste Ordnung auf, überwiegend im Raum Hof. Vor dem größten Publikum stand er bei House meets Classic, rund 2.500 Besucher.
Als DJ kennt er beide Seiten des Problems: Gäste, die von einem Abend nichts wussten, und Locations, die ihn angekündigt hatten, aber nur dort, wo ihre Stammgäste ohnehin nachsehen.
„Die Leute sollen die Orte finden, die sie wirklich suchen, ohne dafür zwanzig Instagram- und Facebook-Seiten durchzugehen.“
Er betreibt Spotright allein, ohne Verlag im Rücken. Wer einen Fehler findet, erreicht ihn unter [email protected].